Privatkliniken für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie
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Stimmungsschwankungen haben schon viele von uns erlebt. Im ersten Moment ist man noch fröhlich, im nächsten plötzlich traurig, wütend oder schlecht gelaunt — häufig als Reaktion auf eine Enttäuschung oder Niederlage. Freude und Trauer gehören zum Leben dazu. Nehmen diese Veränderungen der Stimmung jedoch eine hohe Intensität an und bringen sie Begleitsymptome mit, durch die die körperliche Funktionsfähigkeit oder sogar der Alltag beeinträchtigt sind, kann eine affektive Störung der Grund sein. Erfahren Sie im folgenden Beitrag, was sich eigentlich genau hinter dem Begriff verbirgt. Wir verraten Ihnen alles Wichtige zur Symptomatik, den Ursachen sowie den Behandlungsmöglichkeiten von Affektstörungen.

Mann hockt niederegeschlagen am Tisch

Definition: Was sind affektive Störungen?

Der Begriff affektive Störung (engl.: affective disorder) beschreibt eine Gruppe von psychischen Gemütserkrankungen. Sie alle haben eins gemeinsam: eine krankhafte Veränderung der Stimmungslage, die über einen längeren Zeitraum hinweg anhält. Das Wort “Affekt” stammt dabei von dem Lateinischen “affectus” ab und bedeutet so viel wie “Gefühl” oder “Gemütserregung”. Die gegensätzlichen Pole dieser Gemütsbewegungen sind übermäßige Trauer sowie Hochstimmung über dem Normalniveau.

Formen in der Übersicht

Betroffene können von einem der Pole (unipolar) oder abwechselnd von beiden (bipolar) betroffen sein. Die Stimmungsveränderungen gelten als akut, wenn sie prompt einsetzen, als chronisch bei langsamer Entwicklung und als episodisch, wenn sie phasenweise auftreten. Zu den episodenhaft verlaufenden Formen gehören:

  • Depressionen in leichter, mittelgradiger oder schwerer Ausprägung
  • Manie mit Unterteilung in die leichteren hypomanischen und schweren manischen Episoden; kommt eher selten vor
  • bipolare Störung als gemischtes Zustandsbild mit depressiven und manischen Episoden (daher auch bekannt als manisch-depressive Erkrankung)

Meist treten die depressiven oder manischen Episoden nicht nur ein Mal auf, sondern kehren wieder. Es handelt sich dann um eine sogenannte rezidivierende affektive Störung.

Darüber hinaus gibt es affektive Störungen, die dauerhaft anhalten:

  • Zyklothymie: andauernde Instabilität der Stimmung, bei der wechselhaft depressive und hypomanische Phasen in leichtem Ausmaß auftreten
  • Dysthymie: chronische depressive Verstimmung, bei der die Symptome weniger stark ausgeprägt sind als bei einer Depression, die jedoch über mehrere Jahre hinweg besteht

Symptome: Wie machen sich Affektstörungen bemerkbar?

Affektive Störungen haben gleichermaßen seelische wie körperliche Auswirkungen auf die Betroffenen. Die Symptome sind dabei je nach Stimmungslage verschieden.

Anzeichen einer depressiv-gehemmten Episode — alleinstehend oder als Teil einer bipolaren Störung — können sein:

  • Traurigkeit und Freudlosigkeit
  • gedrückte Stimmung
  • Interessenverlust
  • Energie- und Antriebslosigkeit
  • innere Unruhe
  • Angstgefühle
  • Appetitlosigkeit
  • Schlafstörungen

Gerade Depressionen ziehen oft noch andere Folgen nach sich — wie Probleme, Beziehungen aufrechtzuerhalten oder den Tätigkeiten und Aktivitäten im Alltag angemessen nachzukommen.

Die Symptome der Manie und Hypomanie zeigen sich als genaues Gegenteil der Depression:

  • intensive euphorisch-gehobene Stimmung
  • übersteigerter Antrieb und Bewegungsdrang
  • erhöhte Leistungsfähigkeit
  • sprunghaftes Denken
  • Selbstüberschätzung und Leichtsinnigkeit
  • Gereiztheit
  • vermindertes Schlafbedürfnis
  • erhöhte Libido und Enthemmung

Bei schwerwiegenden Fällen von affektiven Störungen erleidet die Person einen Realitätsverlust und verliert den Bezug sich selbst. Wahnvorstellungen bei Depressionen und Größenwahn oder Halluzinationen (Hören von Stimmen) bei einer psychotischen Manie können die Folgen sein.

Ursachen von affektiven Erkrankungen

Es wird davon ausgegangen, dass affektive Störungen durch ein Zusammenspiel von mehreren Faktoren entstehen. In manchen Familien kommt die Erkrankung vermehrt vor als in anderen, weshalb eine erbliche Veranlagung wahrscheinlich ist. Akute depressive oder manische Episoden können von belastenden Lebensereignissen ausgelöst werden, etwa Konflikte im sozialen Umfeld, Arbeitslosigkeit oder traumatischen Erlebnisse (z. B. Missbrauch).

Mögliche Ursachen für die Entwicklung von Affektstörungen sind insgesamt:

  • genetische Prädisposition
  • biologische Faktoren (bspw. Ungleichgewicht gewisser Botenstoffe im Gehirn)
  • körperliche Erkrankungen
  • hormonelle Veränderungen
  • unerwünschte Arzneimittelwirkungen
  • psychosoziale Faktoren (soziale Konflikte wie Trennung vom Partner oder Verlust des Arbeitsplatzes)
  • Persönlichkeitseigenschaften
  • Biografie (z. B. belastende Kindheitserlebnisse)
  • Stress

Therapie: Affektive Störungen in der Klinik behandeln lassen

Sie oder Angehörige sind stark von einer affektiven Erkrankung betroffen, bei der es zu starken Akutschüben und zunehmenden Beeinträchtigungen kommt? In einem solchen Fall ist es ratsam, sich an einen Facharzt oder eine Klinik zu wenden. Wir von den Vincera-Fachkliniken für Psychosomatik und Psychotherapie stellen uns in den Dienst der spezialisierten Diagnostik und Therapie von affektiven Störungen wie Depressionen und Dysthymie. Aber auch psychische Folgeerkrankungen, wie Angststörungen und Panikattacken oder körperliche Beschwerden, die damit einhergehen, sind Teil unseres Behandlungsspektrums.

Bei uns steht eine auf Ihre Erkrankung abgestimmte Behandlung im Vordergrund, die unsere Ärzte und Therapeuten gemeinsam mit Ihnen erarbeiten. Dabei greifen wir ausschließlich auf moderne, etablierte Therapieverfahren zurück. Über die Psychotherapie in unseren Privatkliniken hinaus können je nach Beschwerden des Patienten auch folgende Bausteine zur Behandlung gehören:

  • Entspannungsverfahren
  • tiergestützte Therapien
  • Sport- und Bewegungstherapie
  • Körpertherapie
  • Musiktherapie
  • Kunsttherapie
  • Ergotherapie
  • Physiotherapie
  • Sozialberatung

Neben der medikamentösen Behandlung ist es vor allem in den Gesprächen der stationären Psychotherapie wichtig herauszufinden, wie das Risiko für einen Rückfall vermindert werden kann. In den Einzel- und Gruppensitzungen einer kognitiven Verhaltenstherapie stellen sich so die Fragen:

Was hat zum Ausbruch der Störung beigetragen?
Wie kann ich Frühsignale erkennen?
Welche Änderungen im Alltag können zugunsten meiner mentalen, seelischen und körperlichen Gesundheit vorgenommen werden?

Das alles trägt zum besseren Verständnis der Erkrankung und zum Umgang mit depressiven Episoden bei. Das Ziel ist es, Patienten zu einer Verbesserung der Lebensqualität zu verhelfen und bei ihnen wieder eine anhaltende Stabilisierung zu erreichen. Darüber hinaus statten wir Sie bei Ihrem Aufenthalt in einer der Vincera-Kliniken mit passenden Werkzeugen aus, mit denen Sie zukünftig aufkommende Krisen erfolgreich meistern können. Lassen Sie sich unverbindlich bei uns beraten, wie wir auch Ihnen bei Ihrem Heilungsweg zur Seite stehen können!

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