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Dr. Konkol spricht über Belastungen während Corona

Chefarzt Dr. Konkol spricht im Interview  über die psychische Belastungen und Therapiemöglichkeiten während Corona:

Vincera: Viele Menschen leiden unter Corona nicht nur wirtschaftlich und körperlich, sondern auch mental. Warum ist das zu beobachten und was können diese Menschen tun?

Dr. Christian Konkol: Corona stellt uns vor eine ungewohnte Situation, die auch insbesondere die eigene Strukturierung und den Tagesablauf betrifft sowie die gewohnte Arbeitsumgebung. Und natürlich ist es überspitzt gesagt wider die menschliche Natur, sich abzuschirmen und in Isolation zu leb.en Wir sind soziale Wesen.

Vincera: Was können Menschen tun, die merken, dass sie irgendwie ein Problem haben und nicht mit sich und der Situation klarkommen?

Dr. Christian Konkol: Sie können sich zum Beispiel mit Arbeitskollegen in Verbindung zu setzen oder mit Freunden oder der Familie. In dem Maß, in dem wir in diesen Zeiten auf die eigene körperliche Gesundheit achten, können wir uns auch mental schützen. Das ist aber nicht möglich, indem ich mich in meinem Zimmer kaserniere. Wenn ich merke, ich komme mit meiner Arbeitsstruktur nicht hinterher oder mit meinem in einem Tagesrhythmus nicht mehr klar, dann ist wichtig, dass ich mir Hilfe hole. Wir hatten zum Beispiel einen Patienten, der seinen Arbeitsalltag eine zeitlang ganz gut einhalten konnte, dann aber plötzlich nicht mehr schlafen konnte. Das wurde so schwerwiegend, dass er erst morgens um 5 Uhr einschlief – und dann natürlich seinen Tag mit den Videokonferenzen etc. nicht mehr bewältigen konnte.

Vincera:  Und wie kann man so jemanden helfen?

Dr. Christian Konkol: Einfach und auch nicht einfach. Je früher ich an das Problem herangehe, je früher ich mir familiäre Unterstützung und fachärztliche Hilfe hole, desto kürzer ist die Intervention. Je länger ich warte, desto schwieriger. Wenn man also merkt, dass man irgendwie nicht mehr kann, dass man undefinierte Beschwerden hat und beispielsweise unter Schlaflosigkeit leidet oder nur noch schlafen möchte, dann sollte man sich vielleicht zunächst einmal mit Freunden beraten, aber dann auch sofort zum Hausarzt oder Facharzt gehen.

Vincera:  Wir hören immer wieder von Menschen, bei denen schon festgestellt wurde, dass sie eine Depression oder einen massiven Burnout haben. Und der Arzt oder der Psychotherapeut hat ihnen auch geraten, dass sie sich in eine Klinik begeben sollen. Einige von ihnen haben aber vielleicht Angst, dass sie dann abgehängt sind und die Familie überhaupt nicht mehr sehen können wegen der Zugangsbeschränkungen. Was kann man denn diesen Menschen mit auf den Weg geben?

Dr. Christian Konkol: Selbstverständlich ist es möglich, nach Absprache mit den behandelnden Ärzten auch während der Corona-Zeit Besuche zu empfangen. Ganz wichtig ist uns, dass die Patienten sich nicht noch mehr isolieren mit ihren Ängsten, sondern zu uns kommen. Alles Andere ist eine Frage der Organisation!

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