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Rund zehn Prozent der Menschen in Deutschland leiden an einer Persönlichkeitsstörung. Solche Störungen treten in verschiedener Ausprägung auf, die laut Diagnostischem und Statistischem Handbuch für psychische Erkrankungen (Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders) verschiedenen Typen der Persönlichkeitsstörungen in drei Gruppen zugeordnet werden. Doch was sind Persönlichkeitsstörungen eigentlich, welche gibt es und wie lassen sie sich erkennen? Informieren Sie sich im Folgenden über die Arten, Symptome und Anzeichen einer Persönlichkeitsstörung und erfahren Sie, ob Sie selbst oder eine Ihnen nahestehende Person betroffen sein könnte und Behandlung braucht.

Was sind Persönlichkeitsstörungen und ihre Symptome?

Merkmale unserer Persönlichkeit nehmen Einfluss darauf, wie wir uns in verschiedenen Situationen verhalten: Ob impulsiv, zurückhaltend, egoistisch, launisch, ehrgeizig, sozial — die Liste möglicher Eigenschaften ist lang. Im Verhalten spiegeln sich Denkmuster, Wahrnehmung und Reaktion, sowie das langfristige, stabile Verhalten einer Person wider. Was sich für die einen ganz normal und gesund anfühlt, kann für andere zu massivem Leidensdruck führen:

Werden die Persönlichkeitsmerkmale so auffällig, starr und unflexibel, dass dadurch im privaten wie beruflichen Alltag im Kontakt mit anderen Menschen immer wieder Probleme auftreten, ist das ein Anzeichen für eine Persönlichkeitsstörung.

Die klassifizierten Persönlichkeitsstörungen und ihre Symptome sind so vielfältig wie der Mensch. Für eine bessere Übersichtlichkeit über die verschiedenen Störungen werden sie in drei Gruppen unterteilt, deren Typ sich jeweils bestimmte Anzeichen für eine Persönlichkeitsstörung zuordnen lassen und mit denen auch Kliniken für Persönlichkeitsstörungen für ihre Patienten arbeiten:

Gruppe A: sonderbar, exzentrisch

  • Paranoide Persönlichkeitsstörung: Leiden Menschen an einer paranoiden Störung ihrer Persönlichkeit, äußert sich dies in Misstrauen gegenüber anderen. Sie rechnen jederzeit damit, angegriffen oder verletzt zu werden. Auf Kritik reagieren sie oft empfindlich und gehen zum Gegenangriff über, wenn sie sich benachteiligt fühlen. Betroffene sind dafür in der Lage, Situationen gut zu analysieren und verfügen über einen präzisen Verstand.
  • Schizoide Persönlichkeitsstörung: Menschen mit schizoider Störung der Persönlichkeit werden von anderen als distanziert, gleichgültig, gefühlsarm und desinteressiert wahrgenommen. Sie pflegen kaum soziale Kontakte, vermissen diese aber auch nicht. Betroffene sind typische Einzelgänger und empfinden die Störung erst dann als Belastung, wenn sich die Situation negativ auf die Beziehung zu einem Partner oder einer Partnerin auswirkt.

Gruppe B: dramatisch, emotional, launisch

  • Histrionische Persönlichkeitsstörung: Histrioniker zeichnen sich durch die unerlässliche Suche nach Aufmerksamkeit aus. Sie verhalten sich offen und extrovertiert und haben ein feines Gespür für die Gefühle und Bedürfnisse anderer. Sie erkennen also schnell, wie sie sich verhalten müssen, um gemocht zu werden und Anerkennung oder Dankbarkeit zu erfahren. Im Gegenzug fühlen Sie sich besonders schnell abgewertet und reagieren überschnell gekränkt.
  • Narzisstische Persönlichkeitsstörung: Liegt eine narzisstische Störung der Persönlichkeit vor, handelt es sich um Menschen mit Geltungssucht bzw. Bewunderungsdrang, die außerdem kaum oder keine Empathiefähigkeit besitzen. Weitere Anzeichen für diese Persönlichkeitsstörung sind ein ausgeprägtes Ego mit überzogenem Selbstwertgefühl, die ständige Suche nach Anerkennung und das schnelle gekränkt sein.
  • Antisoziale (dissoziale) Persönlichkeitsstörung: Menschen mit einer dissozialen Störung ihrer Persönlichkeit sind reizbar, impulsiv und nicht sehr einfühlsam. Oft sind sie aggressiv und gewalttätig, missachten die Rechte anderer und geraten zum Teil mit dem Gesetz in Konflikt.
  • Borderline-Persönlichkeitsstörung: Das auffälligste Merkmal einer Borderline-Störung ist emotionale Instabilität — sowohl in der Selbstwahrnehmung, als auch in Beziehungen zu anderen. Betroffene sind im Gefühl äußerst impulsiv und neigen zu selbstverletzendem Verhalten. Weitere mögliche Anzeichen für die Persönlichkeitsstörung Borderline können eine tiefe, innere Leere und große Verlustängste innerhalb der Beziehung sein.

Gruppe C: ängstlich, furchtsam, zwanghaft

  • Vermeidend-selbstunsichere Persönlichkeitsstörung: Soziale Situationen stellen für Betroffene mit ängstlich-vermeidender Störung der Persönlichkeit eine enorme Herausforderung dar. Sie haben Angst, als unattraktiv, unfähig oder anderweitig unzureichend wahrgenommen zu werden und versuchen eher, soziale Situationen zu vermeiden. So geraten sie nicht in Gefahr, ihre Meinung äußern zu müssen oder gar im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit zu stehen.
  • Abhängige (dependente, asthenische) Persönlichkeitsstörung: Deutliches Anzeichen für diese Persönlichkeitsstörung ist unterwürfiges, klammerndes Verhalten in Beziehungen, das außerdem mit starken Trennungsängsten einhergeht. Menschen mit dieser Störung glauben, schwach und hilflos zu sein, weshalb sie keine Verantwortung übernehmen und häufig Rat bei anderen suchen.
  • Zwanghafte (anankastische) Persönlichkeitsstörung: Das permanente Streben nach Kontrolle, Ordnung und Perfektion bestimmt den Alltag von Menschen mit zwanghafter Persönlichkeitsstörung. Sie bemühen sich sehr, keine Fehler zu machen, sind deshalb weniger flexibel und effizient als andere Menschen. Dennoch stellen sie — ein deutliches Anzeichen für die Persönlichkeitsstörung — dieselben hohen Ansprüche an andere Menschen, was großes Konfliktpotenzial birgt.

Eine Persönlichkeitsstörung erkennen und handeln

Die vielfältigen möglichen Anzeichen für Persönlichkeitsstörungen machen es für Laien äußerst schwierig, die einzelnen Erkrankungen klar zu trennen, Symptome zuzuordnen und festzustellen, ob tatsächlich eine Persönlichkeitsstörung zu erkennen ist. Haben Sie die Befürchtung, an einer Störung Ihrer Persönlichkeit zu leiden oder vermuten dies bei anderen, hilft ein ausführliches Gespräch mit Psychiatern oder Psychotherapeuten. Mit gezielten Fragen, standardisierten Interviews, Checklisten und Tests sind sie relativ gut in der Lage, Störungen zu erkennen, eine Diagnose zu stellen und daraus für die Erkrankung geeignete Behandlungsformen abzuleiten.

Denkbare Ansätze zur Behandlung einer Störung der Persönlichkeit sind beispielsweise eine ambulante Therapie im Gespräch mit Therapeuten, kombinierte therapeutische Ansätze in Tageskliniken oder stationäre Klinikaufenthalte: Bei Vincera erwartet Sie als Patient an all unseren Standorten eine Psychotherapie in einer Privatklinik, die Betroffenen nicht nur eine geschützte Umgebung zur Genesung bietet, sondern von ganzheitlichem Therapie-Gedanken, Empathie und Diskretion geprägt ist — bei uns stehen Sie im Mittelpunkt.

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