FOMO (fear of missing out)
FOMO, das Akronym für Fear of Missing Out, beschreibt eine sozial bedingte Angst, bei der Betroffene das Gefühl haben, bedeutende Ereignisse, Entwicklungen oder Erfahrungen zu verpassen. Psychologisch betrachtet handelt es sich um eine Form innerer Unruhe, die durch den ständigen Vergleich mit anderen sowie durch die allgegenwärtige Informationsflut in digitalen Medien ausgelöst oder verstärkt wird.
Besonders in sozialen Netzwerken zeigt sich FOMO als Reaktion auf idealisierte Darstellungen in Social-Media-Feeds. Diese vermitteln den Eindruck, andere würden ein erfüllteres, erfolgreicheres oder spannenderes Leben führen. Die permanente Verfügbarkeit von Eindrücken über Social-Media-Kanäle erzeugt ein Gefühl von Rückstand und sozialen Defiziten, oft unabhängig von der tatsächlichen Lebenssituation der Betroffenen.
Inzwischen wird FOMO auch als erste Social-Media-Krankheit bezeichnet, da sie ein Phänomen ist, das eng mit der digitalen Kommunikation und deren psychischer Wirkung verknüpft ist. Besonders gefährdet sind Jugendliche und junge Erwachsene, die sich basierend auf selektiven und oft unrealistischen Online-Inhalten in der Phase der Identitätsentwicklung häufig mit Influencern oder Gleichaltrigen vergleichen. Die psychosomatischen Folgen reichen von chronischem Stress und reduzierter Konzentrationsfähigkeit bis hin zu Schlafstörungen und depressiven Verstimmungen.
Psychologische Interventionen zielen darauf ab, Betroffene zu unterstützen, ein gesundes Verhältnis zur digitalen Welt zu entwickeln. Ein bewährter Ansatz ist das Digital Detox – eine bewusste, zeitlich begrenzte Unterbrechung der Nutzung digitaler Medien. Ergänzend gewinnt die Haltung der Joy of Missing Out an Bedeutung: die Fähigkeit, das bewusste Nichtteilhaben als Entlastung zu erleben. Wer lernt, mit der ständigen Reizüberflutung souverän umzugehen, kann dadurch mehr innere Ruhe, Selbstwirksamkeit und Lebenszufriedenheit entwickeln.