Klaustrophobie
Klaustrophobie beschreibt die krankhafte Angst vor engen oder geschlossenen Räumen. Der Begriff setzt sich aus dem lateinischen Wort für einen verschlossenen Ort und dem griechischen Wort für Furcht zusammen und wird nach ICD-10 den spezifischen Phobien innerhalb der Angststörungen zugeordnet. Umgangssprachlich wird Klaustrophobie häufig als Platzangst bezeichnet, wobei dieser Begriff eigentlich irreführend ist: Ursprünglich meint Platzangst die Angst vor weiten, offenen Plätzen, also das, was fachlich als Agoraphobie bezeichnet wird. Im heutigen Sprachgebrauch hat sich die Bedeutung jedoch verschoben, sodass Platzangst mittlerweile meist synonym für die Angst vor Enge verwendet wird.
Die Abgrenzung zur Agoraphobie ist dennoch wichtig: Während sich Klaustrophobie auf enge, geschlossene Räume wie Aufzüge, MRT-Untersuchungen, kleine fensterlose Zimmer oder überfüllte öffentliche Verkehrsmittel wie U-Bahnen bezieht, betrifft die Agoraphobie eher offene oder öffentliche Plätze und Situationen, aus denen eine Flucht schwer erscheint oder in denen im Notfall keine Hilfe verfügbar wäre. Sie tritt häufig in Verbindung mit einer Panikstörung auf.
In angstauslösenden Situationen zeigen Betroffene typische körperliche Symptome wie Herzrasen, Schwitzen, Zittern, Atemnot oder Schwindel, begleitet von einem starken Fluchtimpuls, der sich bis zu einer vollständigen Panikattacke steigern kann. Bereits der Gedanke an eine bevorstehende enge Situation kann ausreichen, um deutliche Anspannung auszulösen, sodass viele Betroffene beginnen, entsprechende Orte oder Situationen vorsorglich zu meiden. Nicht selten geht dieses Verhalten (wie viele Angststörungen) dann auch mit zunehmender Isolation einher.
Die Ursachen für Klaustrophobie sind meist vielschichtig. Häufig liegt eine belastende Erfahrung zugrunde, etwa das Eingeschlossensein in einem engen Raum in der Kindheit. Daneben spielen eine erhöhte Veranlagung für Angststörungen sowie erlerntes Verhalten durch ängstliche Vorbilder im näheren Umfeld eine Rolle.
Die gute Nachricht für Betroffene ist: Klaustrophobie lässt sich gut behandeln. Besonders wirksam ist die kognitive Verhaltenstherapie, bei der Betroffene im Rahmen einer Expositionstherapie schrittweise und begleitet lernen, sich der gefürchteten Situation ohne Vermeidung zu stellen, wodurch die Angst nach und nach abnimmt. Ergänzend helfen Entspannungstechniken im Alltag. Bei einzelnen, besonders belastenden Anlässen wie einer notwendigen MRT-Untersuchung kann in Absprache mit einer Fachperson auch eine kurzfristige medikamentöse Unterstützung sinnvoll sein.
Ist der Leidensdruck durch die Klaustrophobie so hoch, dass eine intensive Betreuung in einer Klinik notwendig wird, helfen wir Ihnen in unseren Vincera Kliniken gerne weiter.