Stimmungsschwankungen
Stimmungsschwankungen bezeichnen einen Wechsel der emotionalen Befindlichkeit, bei dem sich die Stimmung eines Menschen innerhalb kurzer oder längerer Zeit verändert. Solche Schwankungen können ganz leicht ausgeprägt und unregelmäßig sein, aber auch von wiederkehrenden Hoch- und Tiefphasen von „himmelhoch jauchzend, zu Tode betrübt“ reichen. Grundsätzlich gehören Stimmungsschwankungen zum menschlichen Erleben: Sie spiegeln wider, wie Gefühle, Körper und Umwelt aufeinander reagieren.
Ursachen von Stimmungsschwankungen sind vielfältig. Häufig entstehen sie durch Stress, Überforderung, Schlafmangel oder belastende Lebensereignisse. Auch hormonelle Veränderungen spielen eine große Rolle. Bei Frauen etwa im Zusammenhang mit dem weiblichen Zyklus, dem prämenstruellen Syndrom (PMS), Schwangerschaft oder den Wechseljahren. Hormonelle Stimmungsschwankungen können sowohl emotional als auch körperlich spürbar sein, zum Beispiel durch Reizbarkeit, Erschöpfung oder körperliche Beschwerden.
Stimmungsschwankungen können aber unter bestimmten Umständen auch ein Symptom psychischer Erkrankungen sein. Betroffene mit einer Depression kennen Stimmungsschwankungen vor allem als „Morgentief“. Bei der Bipolaren Störung treten zum Beispiel mitunter extreme Stimmungsschwankungen auf, die zwischen stark gehobener und stark gedrückter Stimmung wechseln. Auch bei ADHS kommen häufig Stimmungsschwankungen vor, etwa durch eine erhöhte emotionale Reizbarkeit. Ebenso können neurologische Erkrankungen, ein Schädel-Hirn-Trauma oder andere körperliche Erkrankungen bedingte Stimmungsschwankungen auslösen. Von pathologischen Stimmungsschwankungen spricht man, wenn diese sehr stark ausgeprägt sind, über längere Zeit anhalten oder den Alltag deutlich beeinträchtigen. Warnzeichen sind anhaltende Stimmungsschwankungen ohne erkennbaren Anlass, starke emotionale Wechsel, ausgeprägte körperliche Symptome oder ein zunehmender Leidensdruck bei den Betroffenen selbst oder auch deren Umfeld.
Aus psychologischer Sicht ist es wichtig, Stimmungsschwankungen im Zusammenhang zu betrachten und nicht als Einzelphänomen. In manchen Fällen können Maßnahmen wie regelmäßige Bewegung an der frischen Luft, eine ausgewogene Ernährung, ausreichender Schlaf und Stressreduktion bereits stabilisierend wirken. Bei ausgeprägten oder anhaltenden Beschwerden ist jedoch eine fachliche Abklärung durch einen Arzt oder Psychotherapeuten sinnvoll. Auch ein Selbsttest kann ein erster Hinweisgeber sein, Symptome wie starke Stimmungsschwankungen, die beispielsweise auf eine Depression oder Bipolare hinweisen könnten, besser einzuordnen.