Wochenbettdepression

Die Wochenbettdepression ist eine ernstzunehmende depressive Erkrankung, die nach einer Geburt auftreten kann und in der medizinischen Fachsprache präzise als postpartale Depression bezeichnet wird. Umgangssprachlich ist häufig von der postnatalen Depression die Rede, während man im angloamerikanischen Raum synonym von der Postpartum Depression spricht. Für die richtige Diagnose und Behandlung ist eine klare Abgrenzung wichtig. So tritt der weitverbreitete Baby Blues meist schon in den ersten Tagen nach der Entbindung auf, verfliegt als harmloses, emotional wahrnehmbares Tief jedoch zumeist rasch wieder. Ein seltener psychiatrischer Notfall ist hingegen die postpartale Psychose, die mit akuten Wahnvorstellungen einhergeht.

Die Entstehung einer Depression nach der Geburt ist vielschichtig, denn oftmals entwickeln sich diese psychischen Erkrankungen aus einem Zusammenspiel mehrerer Faktoren. Zwar gelten massive hormonelle Veränderungen nach der Schwangerschaft als eine primäre Ursache, aber auch ein körperlich extrem erschöpfender oder traumatisch erlebter Geburtsverlauf kann eine große Rolle spielen. Zudem haben Frauen mit einer Vorgeschichte für psychische Störungen ein deutlich erhöhtes Risiko, nach der Entbindung postpartal zu erkranken.

Meist zeigen sich die ersten Warnsignale der Erkrankung in den ersten Wochen oder Monaten nach der Geburt. Betroffene Mütter leiden in dieser Situation psychisch enorm, da sie sich anhaltend depressiv, unendlich erschöpft und innerlich leer fühlen. Ein häufiges Symptom ist zudem eine tiefe Überforderung in der neuen Rolle als Mutter, womit oft quälende Schuldgefühle gegenüber dem Kind einhergehen oder ein Beziehungsaufbau einfach nicht richtig gelingen will. Weil dies die zarte Mutter-Kind-Bindung erheblich belasten kann, sollte rechtzeitig gehandelt werden. Ohne professionelle Hilfe droht der Leidensdruck über Monate oder Jahre anzudauern, wobei sich die Beschwerden im schlimmsten Fall zu chronischen depressiven Episoden ausweiten können. Daher ist es für Mütter und ihr Umfeld essenziell, die Alarmsignale behutsam, aber zügig ernst zu nehmen.

Auf dem Weg zur Heilung ist im ersten Schritt eine weitreichende soziale Unterstützung unabdingbar. Partner, Familie oder Hebammen schenken durch praktische Hilfe im Alltag eine spürbare Entlastung. Für eine vollständige Genesung braucht es jedoch professionelle Unterstützung, wobei der gemeinsame Weg aus der Krise glücklicherweise sehr erfolgversprechend ist. Betroffene werden in der Regel psychotherapeutisch begleitet. Dabei hilft vor allem die kognitive Verhaltenstherapie, um Ängste und negative Gedanken aufzulösen. Je nach Schweregrad wird eine Patientin zusätzlich in enger Absprache medikamentös behandelt. Eine solche fachgerechte medikamentöse Therapie bringt die Botenstoffe im Gehirn sanft wieder ins Gleichgewicht, oftmals unter Einsatz von stillverträglichen Präparaten. Wenn Sie weitere Informationen zur Diagnostik wünschen oder einen sicheren Ort für eine Behandlung suchen, stehen unsere spezialisierten Privatkliniken für Sie bereit. Wir helfen Ihnen verständnisvoll dabei, neue Kraft zu schöpfen.