Burnout – Warnsignale erkennen & Selbsttest für Angehörige mit Anzeichen

Wenn ein Mensch über längere Zeit über seine Belastungsgrenze geht, keine Ruhe mehr findet und permanent unter Strom und Stress steht, ohne diesen kompensieren zu können, dann sollte gehandelt werden! Ein sogenannter Burnout kann zur schlimmen Folge all dessen werden, und das, obwohl die seelischen und körperlichen Warnsignale häufig sehr deutlich sind. Meist ist es jemand aus dem Umfeld, der viel früher als der Betroffene selbst erkennt, dass etwas nicht stimmt und diese Situation und der Zustand zum Leidensdruck geworden sind. Auf dieser Seite erfahren Sie, worauf Sie achten sollten, wie Sie mit Betroffenen sprechen und sie gezielt unterstützen können, wenn Sie das Gefühl haben, dass Ihr Angehöriger über die Maßen „ausgebrannt“ ist.

Ein Mann im blauen Sakko steht nachdenklich mit gesenktem Blick am Fenster eines modernen Gebäudes.

Wir sind für Sie da: kompetente Hilfe bei der Wahl der richtigen Therapie.

Eine blonde Frau in einem schwarz gemusterten Oberteil blickt aufmerksam auf Spielkarten, die vor ihr auf dem Holztisch liegen.

Was ist Burnout?

Das Burnout-Syndrom ist im Sinne des ICD-10 und ICD-11 (das standardisierte Kodierungssystem zur Klassifizierung von Krankheiten) keine eigenständige Diagnose und tritt immer im Kontext mit vorherrschenden Krankheitsbildern wie Depressionen, PTBS oder Angststörungen auf. Der Begriff Burnout beschreibt einen Zustand körperlicher, emotionaler und mentaler Erschöpfung infolge chronischer Überforderung. Lange Zeit wurde Burnout vornehmlich als Stressfolge bei Berufsgruppen mit hoher Verantwortung oder Arbeitsbelastung in Zusammenhang gebracht – fand sogar absurderweise positive Anerkennung in der Gesellschaft, da es als „Managerkrankheit“ galt und mit übermäßigem Fleiß und Erfolg im Job gleichgesetzt wurde. Burnout kann aber nahezu jeden treffen, unabhängig von Alter, Geschlecht oder Einkommensklasse: Besonders gefährdet sind neben den beruflichen „High-Performern“ auch Eltern, Personen in der Angehörigenpflege oder Menschen mit Perfektionismus, hohen Ansprüchen, chronischem Schlafmangel, traumatischen Erfahrungen oder geringem Selbstwertgefühl. Typische Symptome sind z. B. Müdigkeit, sozialer Rückzug, Antriebslosigkeit, Konzentrationsprobleme oder Gefühllosigkeit, aber auch körperliche Anzeichen wie Tinnitus, Bauchweh, Darmbeschwerden oder Herzrasen.

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Eine Patientin sitzt in einem Sessel und schaut mit traurigem Blick zu ihrer Therapeutin.

Frühe Warnsignale: So erkennen Sie Burnout bei Angehörigen

Betroffene zeigen oft schleichende Veränderungen: Sie wirken über Wochen oder sogar Monate gereizt, emotional distanziert oder ziehen sich immer mehr zurück. Auch körperliche Beschwerden wie Schlafprobleme, Kopf- oder Rückenschmerzen können auftreten und erste Hinweise sein. Achten Sie auf Aussagen wie „Ich kann nicht mehr“ oder „Ich funktioniere nur noch“ – sie deuten auf eine ernstzunehmende Überforderung hin, vor allem wenn solche Verbalisierungen wiederkehrend sind. Auch untypische Verhaltens- und Wesensänderungen sind deutliche Warnsignale, z. B. wenn jemand plötzlich keine Freude mehr an Dingen hat, die ihm sonst immer Spaß gemacht haben, oder aufhört, Freundschaften, Beziehungen oder andere soziale Kontakte zu pflegen.

Ein Mann und eine blonde Frau sitzen von hinten gesehen auf einem Kahn mit roten Polstern und fahren durch eine grüne Flusslandschaft.

Rolle von Angehörigen bei der Erkennung von Burnout

Als nahestehende Person sind Sie in einer wichtigen Position, denn Sie bemerken erste individuelle Anzeichen oder eine untypische Wesensveränderung häufig als Erste. Ihre Unterstützung kann den Weg zur professionellen Hilfe erleichtern, wenn sie ruhig, empathisch und nicht wertend erfolgt. Thematisieren Sie vorurteilsfrei und ohne Schuldzuweisung die Lage, Ihre Wahrnehmung und Besorgnis – ohne Druck! Versuchen Sie, die Situation wo möglich zu entschleunigen, sorgen Sie für seelisches Wohlsein und versuchen Sie, proaktiv Auszeiten oder positive Ablenkung zu generieren. Sie kennen Ihren Angehörigen am besten und wissen vielleicht, was ihm guttun könnte. Gleichzeitig sollten Sie Ihre eigenen Grenzen im Blick behalten und sich nicht überfordern – sollten Ihre Bemühungen nicht mehr helfen, weil die Ausmaße der Belastung schon zu weit vorangeschritten sind, nehmen Sie weiter Anteil, teilen aber bitte die Thematik und die Verantwortung mit anderen … auch zum eigenen Gesundheitsschutz! Hier finden Sie mehr Informationen zum Umgang mit einem Menschen, der an Burnout erkrankt ist.

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