Burnout bei pflegenden Angehörigen: Wenn die Kraft zum Helfen schwindet

Vielleicht kennen Sie den Hinweis aus dem Flugzeug: Setzen Sie sich die Sauerstoffmaske immer zuerst selbst auf, bevor Sie anderen helfen. Dieser Grundsatz ist auch in der Pflege von Angehörigen manchmal wichtig, denn nur wer selbst stabil und gesund ist, kann für einen anderen Menschen bestmöglich sorgen. Fürsorge bedeutet aber auch meist, Prioritäten neu zu setzen, Belastungsgrenzen manchmal auch zu verschieben oder die eigenen Bedürfnisse zeitweise hintenanzustellen – keinesfalls darf sie aber dauerhaft bedeuten, die Selbstfürsorge ganz aufzugeben. Es ist ein Akt tiefer Liebe, sich um einen nahestehenden Menschen zu kümmern, doch wenn Ihre Kraft erlischt, gerät alles ins Wanken. Es ist kein Versagen, sich einzugestehen, dass die Last zu schwer geworden ist und alle Reserven aufgebraucht sind. Auch Helfer brauchen irgendwann mal Hilfe! Sie sind nicht allein und sind in Zeiten großer Erschöpfung, Überlastung, fehlender Gesundheit, Stärke und Stabilität für Sie da. Wir fangen Sie sicher auf.

Eine Frau mit Burnout bekommt den Blutdruck gemessen.

Wir sind für Sie da: Kompetente Hilfe bei der Wahl der richtigen Therapie.

Zwei Frauen mit Burnout, die ihre Angehörigen pflegen, trinken gemeinsam Kaffee.

Erdrückende Last: Psychische und körperliche Belastung in der Pflege

Die Pflege Angehöriger kann sich zu einem Kraftakt entwickeln. Oft führt die permanente Einsatzbereitschaft dazu, dass Pflegende chronisch überlastet sind. Zu den enormen psychischen Belastungen, wie den stetigen Sorgen um den geliebten Angehörigen, gesellen sich rasch auch schwerwiegende körperliche Beschwerden. Schlafmangel, sowie ständiges Heben, Tragen und Stützen münden unweigerlich in einer massiven körperlichen Beanspruchung. Gleichzeitig brechen soziale Kontakte weg, weil schlichtweg keine Zeit mehr bleibt. Wenn Sie Ihren pflegebedürftigen Angehörigen betreuen, vergessen Sie leicht, wie stark Sie selbst unter diesem Dauerdruck leiden – und nicht nur physisch, sondern in den meisten Fällen auch psychisch. Gerade dann ist es besonders wichtig zu verstehen, dass Sie diese Situation nicht bis zur vollkommenen Erschöpfung ertragen müssen. Fassen Sie Mut und suchen Sie Unterstützung, bestenfalls bevor Sie an den Folgen dieses enormen seelischen und körperlichen Überlastungszustands erkranken. Auch wenn Sie sich momentan vielleicht nicht vorstellen können, schnell wieder zu Kräften zu kommen – es gibt gute medizinische und therapeutische Möglichkeiten, Ihren Leidensdruck rasch zu lindern und Ihre Lebensqualität nachhaltig zu verbessern.

Eine Frau mit Burnout weint und tupft sich ihre Tränen mit einem Taschentuch.

Wie Sie einen Burnout erkennen?

Fühlen Sie sich körperlich und emotional ausgebrannt oder sind Sie häufig gefangen in zermürbenden Grübeleien oder kriselnden Gedankenspiralen? All das können ernstzunehmende Anzeichen eines Burnout-Syndroms sein, das sich meist schleichend entwickelt und durch ungelösten, chronischen Stress verursacht wird. Weitere typische Anzeichen dafür sind auch eine tiefe, lähmende emotionale Erschöpfung, eine wachsende innere Distanz (Zynismus oder Ungeduld) zur pflegebedürftigen Person sowie das Gefühl, trotz aller Mühen nichts mehr richtig zu machen. Wenn zusätzlich noch körperliche Symptome wie beispielsweise unerklärliche Magen-Darm-Beschwerden, Herzrasen oder ständige Kopfschmerzen Ihren Alltag dominieren, ist das Risiko für einen Zusammenbruch hoch. Nehmen Sie die „Hilferufe“ Ihres Körpers und Ihrer Seele bitte ernst – vor allem, wenn diese langanhaltend sind, sich auch in Ruhephasen nicht verbessern oder schlimmstenfalls noch potenzieren. Wenn Sie merken, dass Sie Ihre Belastungsgrenze erreicht haben oder diese schon deutlich überschritten ist, sollte unbedingt professionelle Unterstützung gesucht werden. Auch wir können Ihnen in dieser akuten Krise helfen: In unseren Privatkliniken sind wir spezialisiert auf die Diagnose und Behandlung von Stressfolgeerkrankungen. Wir helfen Ihnen gezielt, kompetent und respektvoll dabei, die Ursachen Ihres Leidens besser zu verstehen und wieder neue Kraft und Stärke zu finden.

Wir sind gerne für Sie da.

Planen Sie einen stationären Aufenthalt? Dann kontaktieren Sie uns und lassen Sie sich individuell und vertraulich beraten.

Mögliche Therapieverfahren bei Burnout

Psychotherapie

In Gesprächen und Übungen arbeiten wir gemeinsam an der Verarbeitung psychischer Belastungen.

Pharmakotherapie

Medikamente werden individuell abgestimmt, um akute und langfristige Beschwerden zu lindern.

Medizinische Ernährungsberatung

Gesunde Ernährung wird gezielt eingesetzt, um körperliches und seelisches Wohlbefinden zu fördern.

Physiotherapie

Mit gezielten Übungen verbessern wir Beweglichkeit und reduzieren körperliche Beschwerden.

Akupunktur

Durch gezielte Reize wird der Energiefluss im Körper angeregt und Beschwerden gelindert.

Lichttherapie

Helles Licht gleicht den Hormonhaushalt aus und hilft bei Stimmungstiefs und Schlafstörungen.

Kreativtherapie

Künstlerische Aktivitäten helfen, Gefühle auszudrücken und Stress abzubauen.

Bewegungstherapie

Gezielte Bewegungsabläufe fördern die körperliche Gesundheit und das seelische Gleichgewicht.

Tiergestützte Therapie

Der Kontakt zu Tieren schafft Vertrauen und unterstützt die Heilung auf emotionaler Ebene.

Achtsamkeitsbasierte Therapie

Mit Übungen zur bewussten Wahrnehmung stärken wir innere Ruhe und Resilienz.

Entspannungsverfahren

Techniken wie Atemübungen oder Meditation lösen Anspannung und reduzieren Stress.

Naturtherapie

Die Natur wird aktiv in den Heilungsprozess einbezogen, um Körper und Geist zu stärken.

Sozialberatung

Wir unterstützen Sie bei sozialen und rechtlichen Fragen, die Ihre Lebenssituation betreffen.

Unsere Standorte mit spezialisierter Behandlung für pflegende Angehörige mit Burnout

Kommen Sie bei uns wieder zur Ruhe und konzentrieren Sie sich ganz auf sich und Ihre Bedürfnisse. In unseren Vincera Privatkliniken bieten wir Ihnen „passgenaue“ medizinische, therapeutische und menschliche Unterstützung, um wieder neue Kraft zu schöpfen. Neben unserer fachlichen Expertise genießen Sie bei uns Komfort, ein besonderes Ambiente und eine genesungsunterstützende Atmosphäre. Unsere Standorte liegen inmitten der Natur und sind eingebettet in ein wertschätzendes, respektvolles Umfeld – herzlich willkommen bei Vincera!

Ein sicherer Hafen: Wege aus der Erschöpfung

Um eine nachhaltige Besserung zu erzielen, sind räumlicher und psychischer Abstand manchmal unerlässlich. In unseren Vincera Privatkliniken helfen wir Ihnen im Rahmen eines stationären Aufenthalts gezielt dabei, neue Perspektiven zu entwickeln, während Sie die erdrückende Verantwortung für einen Moment abgeben. Wir gehen respektvoll, individuell und kompetent auf Ihre Bedürfnisse und Ihre persönliche Situation ein und tragen stets Sorge dafür, dass Sie so sorglos wie möglich bei uns ankommen und sein können. Wir sind an Ihrer Seite und unterstützen Sie auf Wunsch auch gerne mit professionellem Rat bei der Organisation der Pflege Ihres Angehörigen während Ihrer stationären Zeit bei uns. Gerne informieren wir Sie auch alternativ über die Möglichkeiten einer tagesklinischen Aufnahme an den Standorten Spreewald und Bad Waldsee. Bei uns erfahren Sie nicht nur eine medizinische und therapeutische Behandlung auf höchstem Niveau, sondern auch ganz viel Wertschätzung und ein vertrauensvolles „von Mensch zu Mensch“. Auch das entschleunigende Umfeld, der hohe Komfort, die familiäre Atmosphäre, der tolle Service, unser kulinarisches und außertherapeutisches Angebot sowie das schöne Ambiente unserer Kliniken tragen ihren Teil dazu bei, dass Sie sich bei uns vollkommen wohlfühlen können. Ihre Bedürfnisse, Ihre Gesundheit und Ihre Stabilität stehen bei uns im Fokus – bei uns sind Sie in den besten Händen.

Eine Burnout Patientin läuft auf den Eingang der Vincera Klink Bad Waldsee zu.

Häufige Fragen zu Burnout bei pflegenden Angehörigen

Hier finden Sie Antworten auf häufig gestellte Fragen zu Burnout bei Pflegenden von Angehörigen.

Gestehen Sie sich Ihre Grenzen ein. Zögern Sie nicht, Aufgaben an andere Familienmitglieder, die ambulante Pflege oder professionelle Pflegekräfte abzugeben. Manchmal können Sie es nicht allein schaffen und das ist auch okay so! Ein kurzfristiger Ausweg kann auch die Inanspruchnahme einer Kurzzeitpflege für die Dauer Ihrer Erholung sein. Holen Sie sich unbedingt ärztliche oder psychotherapeutische Hilfe, um Ihre eigene Gesundheit zu schützen.

Zu den größten Herausforderungen zählen die immense körperliche und emotionale Dauerbelastung, der drastische Verlust von Freizeit und sozialen Kontakten sowie die Überforderung durch bürokratische Hürden. Viele Pflegende fühlen sich isoliert und haben das Gefühl, die Bedürfnisse ihres Angehörigen immer über die eigenen stellen zu müssen. Kommen dann auch noch schwierige familiäre Situationen hinzu, kann die Situation besonders verzwickt sein. Wir haben erfahrene Experten auf diesem Gebiet und helfen Ihnen gerne weiter!

Kurz gesagt: Ja. Wenn Sie durch die enorme Belastung selbst körperlich oder psychisch erkranken (z. B. an einem Burnout), kann Ihr behandelnder Arzt Sie regulär krankschreiben. Zudem gibt es gesetzliche Regelungen zur sogenannten „kurzzeitigen Arbeitsverhinderung“. Diese erlaubt es Ihnen, sich im Akutfall bis zu zehn Tage von der Arbeit freistellen zu lassen, um die Pflege Ihres Angehörigen neu zu organisieren.

Ein klassisches Burnout zeichnet sich durch drei Hauptsymptome aus:

  • Absolute emotionale und körperliche Erschöpfung
  • Entfremdung bzw. Zynismus, also eine unbewusste emotionale Distanzierung, Abstumpfung oder Reizbarkeit gegenüber dem pflegebedürftigen Menschen
  • Ein massiver Leistungsabfall, gepaart mit dem zermürbenden Gefühl, ohnehin nichts mehr bewirken zu können

Wenn Sie diese Symptome bei sich oder einem lieben Menschen erkennen, der einen Angehörigen pflegt, zögern Sie nicht, sich Hilfe zu suchen. Sie müssen nicht alles allein schaffen. Wir sind für Sie da.

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