Umgang mit essgestörten Menschen – Tipps für Angehörige

Essstörungen wirken oft zuerst unsichtbar, sind aber doch tiefgreifend und haben meist eine immense negative Strahlkraft auf das gesamte Umfeld. Für Angehörige ist der Umgang mit Betroffenen oft geprägt von Unsicherheit, Sorge, Hilflosigkeit und manchmal sogar Unverständnis. Hier erfahren Sie, wie Sie unterstützen können, ohne sich selbst zu überfordern.

Ein Patient und seine Psychotherapeutin laufen gemeinsam durch den Innenhof der Vincera Privatklinik Spreewald.

Wir sind für Sie da: Kompetente Hilfe bei der Wahl der richtigen Therapie.

Therapeut Sascha Fischer und Patientin in der Einzeltherapie

Was ist eine Essstörung?

Essstörungen sind ernstzunehmende psychische Erkrankungen, bei denen das Verhalten zu Essen und zu Lebensmitteln stark gestört ist. Dazu zählen Magersucht (Anorexie), Ess-Brech-Sucht (Bulimie) und die Binge-Eating-Störung. Die Erkrankung dreht sich oft nicht nur um das Essen, sondern auch um Selbstwert, Kontrolle und emotionale Regulation. Oftmals treten Essstörungen auch im Zusammenhang mit anderen psychischen Erkrankungen auf und sind nicht selten Folge anderer schwerwiegender Problematiken oder Ursachen. Körperliche Auswirkungen wie Untergewicht, Mangelerscheinungen oder Erschöpfung sind typische Begleiterscheinungen – häufig bleibt die seelische Not dahinter lange verborgen.

Frau mit Tattoos sitzt nachdenklich in einem hellen Raum mit Sofa und grünen Pflanzen.

Wie kann ich als Angehöriger helfen?

Einfühlsamkeit und Geduld sind im Umgang mit essgestörten Menschen im nahen Umfeld sind sehr wichtig. Versuchen Sie nicht, das Essverhalten zu kontrollieren oder Diskussionen über das Gewicht zu führen. Unterstützen Sie besser so:

  • Bleiben Sie im Gespräch – ohne Druck oder Vorwürfe
  • Zeigen Sie Interesse an Gefühlen, nicht nur am Essverhalten
  • Vermeiden Sie Kommentare über Figur, Gewicht oder Essen
  • Bieten Sie Hilfe bei der Suche nach Therapie an
  • Seien Sie konstant präsent – auch wenn Hilfe zunächst abgelehnt wird
Therapeutin mit Klemmbrett auf dem Schoß im Gespräch mit einer Patientin

Wenn Unterstützung von außen wichtig wird

Essstörungen verschwinden in der Regel nicht von selbst – weder bei jungen Menschen noch bei Erwachsenen. Je früher das Problem erkannt und thematisiert wird und eine professionelle Behandlung beginnt, desto besser, denn ein gestörtes Essverhalten über einen längeren Zeitraum hinweg kann nicht nur schwerwiegende Folgen für die Seele haben, sondern auch auf den Körper! Viele Betroffene wollen oder können aber an ihrer Situation aus eigener Kraft nichts ändern – schätzen diese sogar häufig völlig falsch ein. Als Angehörige können Sie helfen, indem Sie das Verhalten nicht ignorieren, es wertfrei thematisieren, Verständnis zeigen und z. B. über Therapieangebote informieren.

Soforthilfe für den Alltag mit essgestörten Menschen

Sie möchten schnell therapeutische Unterstützung für Ihre Angehörigen finden? Wir helfen Ihnen gerne weiter.

Umgang mit Essstörungen

Nicht jede Essstörung ist gleich. Zwar gibt es allgemeine Strategien im Umgang mit essgestörten Menschen, doch es lohnt sich immer, genauer hinzuschauen. Je mehr Sie als Angehöriger über die Erkrankung und den richtigen Umgang mit den Betroffenen wissen, desto besser können Sie unterstützend eingreifen.

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Weitere Informationen zum Umgang mit essgestörten Menschen

Hier finden Sie Antworten auf häufig gestellte Fragen.

Wählen Sie einen ruhigen Moment und formulieren Sie Ihre Sorge achtsam, z.  B.: „Ich mache mir Gedanken, weil ich beobachte, dass du kaum noch isst.“ Vermeiden Sie Schuldzuweisungen. Bieten Sie an, gemeinsam Hilfe zu suchen – ohne Zwang.

Kontrolle von außen verschärft häufig das Problem. Wichtiger ist es, emotionale Unterstützung zu bieten und Vertrauen aufzubauen. Grenzüberschreitungen wie das Erzwingen von Mahlzeiten sind nicht hilfreich – professionelle Begleitung ist der bessere Weg. Unsere Experten unterstützen Sie und Ihren Angehörigen gerne, ein gesünderes Verhältnis zum Essen zu erlangen und gemeinsam Strategien zu entwickeln, die den Leidensdruck auf allen beteiligten Seiten senken.

Wenn die Essstörung den Alltag stark beeinträchtigt, körperliche Symptome auftreten oder Betroffene keine Einsicht zeigen, ist eine stationäre oder tagesklinische Behandlung empfehlenswert, wenn nicht sogar notwendig. Dort erfolgt die Therapie durch ein interdisziplinäres Team, das darauf spezialisiert ist, mit essgestörten Personen zu arbeiten.

Wir bieten an all unseren Standorten eine optimale Behandlung für essgestörte Patienten an, insofern keine akute medizinische Versorgung durch Unterernährung notwendig ist. Diese muss zunächst in einer entsprechenden Fachklinik erfolgen, bevor wir eine Therapie in unseren Kliniken anbieten können.

Suchen Sie sich ebenfalls Unterstützung – etwa in Angehörigengruppen oder bei Beratungsstellen. Essstörungen betreffen das gesamte Umfeld. Ihre Stabilität ist wichtig, um langfristig begleiten zu können.