Umgang mit Menschen mit Persönlichkeitsstörungen – Tipps für Angehörige
Impulsives Verhalten, soziale Unangepasstheit, plötzliche Stimmungsschwankungen, ständige Probleme im Alltag, in der Beziehung oder im Job: Das Zusammenleben mit einem Angehörigen mit auffälligen Persönlichkeitsmerkmalen kann herausfordernd sein. Auch wenn Sie sich darüber bewusst sind, dass das Denken, Handeln und Verhalten eines nahestehenden Menschen durch eine psychische Störung geprägt sein könnte, sinken deshalb die Belastungen meist nicht. Angehörige von Betroffenen erleben oft ein Hin- und Hergerissen-Sein zwischen Mitgefühl und Überforderung, wollen unterstützend einwirken, wissen aber größtenteils gar nicht so genau, wie diese Hilfestellung aussehen könnte. Hier finden Sie Informationen und Orientierung dazu, wie Sie trotz schwieriger Verhaltensmuster stabil und positiv einflussnehmen können.

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Was ist eine Persönlichkeitsstörung?
Eine Persönlichkeitsstörung ist eine psychische Erkrankung, bei der bestimmte Denk-, Fühl- und Verhaltensmuster dauerhaft von gesellschaftlichen Normen abweichen. Der Begriff „Persönlichkeitsstörung“ bildet im Klassifizierungs- und Kodierungssystem für Erkrankungen im ICD-10 und ICD-11 eine Art Überbegriff, unter dem verschiedene Störungsarten nach unterschiedlichen Kriterien eingruppiert werden. Bekannte Beispiele dafür sind die Borderline-Persönlichkeitsstörung, die narzisstische, histrionische oder die zwanghafte Persönlichkeitsstörung. Diese Muster beginnen meist im Jugendalter und können die zwischenmenschlichen Beziehungen, die Selbstwahrnehmung und die Emotionsregulation mitunter stark beeinträchtigen. Um die Symptome einer Persönlichkeitsstörung klar zu verifizieren und die Störung dezidiert von anderen Krankheitsbildern abzugrenzen bzw. diese mit ihr in Verbindung zu setzen, ist eine fundierte Diagnostik durch einen Facharzt notwendig.

Als Angehöriger helfen
Die Beziehung zu Menschen mit Persönlichkeitsstörungen ist oft eine komplexe Mischung aus Nähe und Abgrenzung, die sowohl emotionale Belastung als auch tiefe Zuneigung mit sich bringen kann. Ängste, Überforderung oder Verzweiflung, aber manchmal auch Wut auf das auffällige Verhalten eines Nahestehenden sind dabei nachvollziehbare, menschliche Reaktionen. Bitte geben Sie sich dafür nicht die Schuld und machen Sie sich bewusst, dass diese Gefühle keinesfalls ein Zeichen von Schwäche, fehlendem Mitgefühl oder Lieblosigkeit sind. Leisten Sie Beistand im Rahmen Ihrer eigenen emotionalen Kapazitäten, z. B. kann schon helfen, den Alltag zu strukturieren, Stress zu reduzieren, den Druck herauszunehmen und Schamgefühle zu mindern. Weitere Tipps:
- Bleiben Sie ruhig und klar in der Kommunikation
- Reagieren Sie nicht impulsiv auf extreme Emotionen
- Grenzen Sie sich ab, ohne sich zu distanzieren
- Vermeiden Sie Machtkämpfe, Ratschläge und Vorwürfe
- Beziehen Sie das Verhalten nicht auf sich selbst, versuchen Sie es aber keinesfalls „zwanghaft“ ändern oder kontrollieren zu wollen
- Empfehlen Sie ohne Druck professionelle Hilfestellung
- Suchen Sie auch Unterstützung für sich selbst, z. B. bei einem Arzt oder Therapeuten oder in einer Selbsthilfegruppe für Angehörige

Persönlichkeitsstörung erkennen
Häufig sind es die nahestehenden Personen, die Auffälligkeiten im Verhalten oder Veränderungen in der Persönlichkeit eines Angehörigen als erstes wahrnehmen. Dabei ist es nicht leicht, zwischen stressbedingten Phasen, belastenden Lebenssituationen oder aber eben einer zugrundeliegenden, behandlungsbedürftigen Persönlichkeitsstörung zu unterscheiden. Wichtig ist, Warnzeichen zu erkennen, ernstzunehmen und den Verdacht mit seinem geliebten Menschen einfühlsam zu teilen. Sollten aber alle Hilfestellungen und Maßnahmen nicht mehr ausreichen und die Beziehung, die Lebensqualität, der Alltag oder die Berufswelt stark, dauerhaft und wiederkehrend negativ beeinträchtigt werden, ist es Zeit die Verantwortung auch in fachkundige Hände zu legen. Professionelle Unterstützung durch einen Psychiater oder psychologischen Psychotherapeuten kann helfen, Eskalationen zu vermeiden und neue Orientierung zu finden. Da jede Situation individuell ist, bieten unterschiedliche Therapieangebote Raum für Reflexion und nachhaltige Veränderung. Ob im Rahmen einer ambulanten Therapie oder in einem tagesklinischen oder stationären Setting, professionelle Hilfe unterstützt nicht nur Ihren Angehörigen bei der Bewältigung des Leidensdruckes, sondern auch Sie!
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Umgang mit Persönlichkeitsstörungen
Der Begriff „Persönlichkeitsstörungen” fasst verschiedene psychische Erkrankungen wie Borderline oder Narzissmus zusammen. Der Umgang mit Menschen, die an einer Persönlichkeitsstörung leiden, ist nicht immer leicht. Wissen über die Erkrankung hilft dabei, Verständnis aufzubringen und die Betroffenen gezielt zu unterstützen.
Umgang mit Narzissten
Narzissmus stellt Angehörige häufig vor eine Herausforderung. Umso wichtiger ist, genau zu wissen, wie man Betroffene unterstützen kann, ohne selbst dabei Schaden zu nehmen.
Umgang mit histrionischer Persönlichkeitsstörung
Menschen mit einer histrionischen Persönlichkeitsstörung zeigen häufig ein starkes Bedürfnis nach Aufmerksamkeit, intensive Gefühlsausdrücke, ein dramatisches Auftreten und Schwierigkeiten, stabile zwischenmenschliche Beziehungen aufrechtzuerhalten.
Umgang mit Borderline-Erkrankten
Menschen, die unter Borderline leiden, kämpfen häufig mit Stimmungsschwankungen, instabilen Beziehungen, impulsiven Handlungen und einem gestörten Selbstbild.
Wo wir Ihnen helfen können
Unsere spezialisierten Privatkliniken für Psychotherapie, Psychiatrie und Psychosomatik bieten Betroffenen mit Persönlichkeitsstörung einen sicheren Rahmen für Stabilisierung, Therapie und neue Perspektiven. Hier findet Ihr Angehöriger die medizinische und therapeutische Hilfestellung, eine exzellente Therapiequalität mit hoher Intensität, ein individuelles Behandlungskonzept und ganz viel respektvolle, wertschätzende Unterstützung auf seinem Weg zurück in ein selbstbestimmtes, belastungsfreies Leben.
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Weitere Informationen zum Umgang mit Persönlichkeitsstörungen
Hier finden Sie Antworten auf häufig gestellte Fragen.
Menschen mit Persönlichkeitsstörungen zeigen oft starre Verhaltensmuster, die ihnen den sozialen Umgang erschweren. Häufige Stimmungsschwankungen, starke Reaktionen und ein ausgeprägtes Schwarz-Weiß-Denken können zu Konflikten und Instabilität in Beziehungen führen. Viele Betroffene haben Schwierigkeiten, sich in andere hineinzuversetzen oder flexibel auf ihr Umfeld zu reagieren. Eine klare Diagnose durch einen Facharzt ist wichtig, um passende Hilfsangebote zu finden.
Eindeutig gesetzte Grenzen sind nicht nur ein Schutzschild für Sie selbst, sondern auch ein wichtiger Wegweiser für den betroffenen Menschen. Indem Sie Ihre Bedürfnisse klar und ohne Vorwurf kommunizieren, schaffen Sie eine respektvolle Atmosphäre, die gleichzeitig stärkend und unterstützend wirkt. Geduld ist hierbei essenziell, da Menschen mit Persönlichkeitsstörungen häufig Schwierigkeiten haben, neues Verhalten schnell zu adaptieren. Dennoch dürfen Sie nicht davor zurückschrecken, Ihre Grenzen immer wieder zu verdeutlichen, auch wenn es manchmal auf Widerstände trifft. Dies hilft dabei, dauerhaft gesunde Beziehungsmuster zu etablieren. Verlässlichkeit und Beständigkeit sind entscheidende Faktoren, wenn es darum geht, die positive Wirkung der gesetzten Grenzen zu erhalten und weiterzuführen.
In vielen Fällen lautet die Antwort auf diese Frage ja. Angehörige sind oft eng in Beziehungsmuster eingebunden. Eine begleitende Angehörigenberatung oder -therapie kann helfen, Dynamiken zu verstehen und konstruktiv zu verändern.
Belastungen im Umgang mit Persönlichkeitsstörungen können stark sein. Die emotionale und psychische Anstrengung fordert den Angehörigen oft viel Geduld und Verständnis ab. Daher ist es wichtig, regelmäßige Pausen einzuplanen und Zeit für sich selbst zu nehmen, um die eigenen Energiereserven wieder aufzufüllen. Eine Möglichkeit ist, sich aktiv mit anderen Angehörigen auszutauschen, die ähnliche Erfahrungen gemacht haben, da deren Unterstützung und Verständnis oft große Erleichterung bieten kann. Fachleute, wie Therapeuten oder Psychologen, stehen ebenfalls als Anlaufstelle bereit und können dabei helfen, Strategien zu entwickeln, um mit den Herausforderungen umzugehen. Selbstfürsorge ist kein Egoismus – sie ist notwendig, um langfristig für sich selbst und den betroffenen Angehörigen da zu sein.


