Angststörung und deren Warnsignale erkennen & Test für Angehörige

Ständige Sorgen, innere Unruhe, plötzliche Panikattacken und körperliche Anspannung ohne klaren Auslöser sind beispielsweise typische Anzeichen einer Angststörung. Für das Umfeld wirkt das Angstverhalten oft rätselhaft, manchmal sogar willkürlich oder grundlos: Betroffene grübeln unaufhörlich oder schlafen schlecht, klagen z. B. über Herzklopfen, Magen-Darm-Beschwerden oder Muskelverspannungen und vermeiden bestimmte Situationen aus Angst, etwas könne passieren. Häufig sind sie zunehmend gestresst, reizbar und nervös. Hier erfahren Sie, wie Sie Warnsignale erkennen, Ihren Angehörigen behutsam unterstützen können und warum eine frühe, professionelle Hilfe entscheidend ist. Zudem bietet unser Angststörung-Test für Angehörige eine erste Orientierung zur Einschätzung der Situation.

Eine von Angststörungen betroffene Patientin sitzt in einem Stuhlkreis mit anderen.

Wir sind für Sie da: Kompetente Hilfe bei der Wahl der richtigen Therapie.

Zwei junge Frauen laufen nebeneinander her.

Was ist eine Angststörung?

Neben Depressionen und Suchterkrankungen zählen Angststörungen mit zu den häufigsten psychischen Erkrankungen in Deutschland. Gekennzeichnet sind sie durch anhaltende, übermäßige Sorgen und Ängste, die den Alltag bestimmen, ohne dass ein konkreter Auslöser vorliegt. Betroffene empfinden selbst alltägliche Situationen als bedrohlich und geraten in einen Zustand dauerhafter Anspannung. Angststörungen beeinflussen aber nicht nur das Denken, Handeln, Fühlen und Wesen eines Betroffenen, sondern meist auch sein gesamtes Umfeld. Die Angst kann sich auf bestimmte Dinge, Personen oder Situationen beziehen oder allgemein in Form einer generalisierten Angststörung auftreten. Die Ursache der Krankheit ist sehr unterschiedlich, vielschichtig und individuell geprägt – oftmals ist sie die Kombination aus mehreren Faktoren, die nicht im Einzelnen, sondern in Summe genommen die Angststörung auslösen. Unbehandelt kann eine Angststörung zu Erschöpfung, sozialem Rückzug und weiteren psychischen Belastungen (z. B. Substanzmissbrauch) führen.

Eine Frau steht seitlich zur Kamera und blickt zu einem Kirchturm.

Frühe Warnsignale: So erkennen Sie Angststörungen bei Angehörigen

Eine Angststörung entwickelt sich meist schleichend und wird von Außenstehenden zunächst übersehen. Erste Anzeichen können übermäßige Sorgen, Nervosität oder eine auffällige Reizbarkeit sein. Viele Betroffene vermeiden Situationen, in denen sie sich unwohl fühlen, und ziehen sich zunehmend zurück. Häufig klagen sie auch über physische Beschwerden wie Herzklopfen, Schweißausbrüche, Zittern, Magenprobleme oder Muskelverspannungen, ohne dass diese Symptome aber in Zusammenhang mit körperlichen Ursachen gebracht werden können. Wenn Ihr Angehöriger dauerhaft über Angst oder Anspannung spricht, sich untypisch unruhig verhält oder beginnt, bestimmte Orte, Personen oder Tätigkeiten zu meiden, kann dies auf eine Angststörung hinweisen – vor allem, wenn diese Handlungen oder Verhaltensweisen wiederkehrend oder lang andauernd sind. Ein offenes, wertfreies Gespräch und das frühzeitige Einbeziehen professioneller Unterstützung sind in diesem Fall besonders wichtig.

Ein Mann und eine Frauen laufen gemeinsam durch einen Innenhof.

Rolle von Angehörigen bei der Erkennung von Angststörungen

Angehörige spielen eine zentrale Rolle, wenn es darum geht, eine Angststörung frühzeitig zu erkennen und Betroffene zu unterstützen. Häufig bemerken sie Veränderungen im Wesen oder Verhalten noch früher als der Betroffene selbst. Wichtig ist, die Situation zu thematisieren und nicht zu ignorieren, in der Hoffnung, dass das schon „irgendwie wieder von allein weggeht“. Versuchen Sie, offen und geduldig zu bleiben, auch wenn Ängste für Außenstehende schwer nachvollziehbar sind. Druck oder gut gemeinte Ratschläge wie „Du musst dich einfach entspannen“ können das Gegenteil bewirken. Stattdessen helfen Zuhören, Verständnis und emotionale Sicherheit, um Vertrauen aufzubauen. Ermutigen Sie Ihren Angehörigen, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Auch Gespräche mit Fachleuten oder Angehörigengruppen können helfen, besser mit der Situation umzugehen, sich umfänglicher zu informieren, sich auszutauschen und dadurch auch selbst Entlastung zu finden.

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