Angststörung - Warnsignale erkennen & Selbsttest für Angehörige mit Anzeichen

Ständige Sorgen, innere Unruhe, plötzliche Panikattacken und körperliche Anspannung ohne klaren Auslöser sind beispielsweise typische Anzeichen einer Angststörung. Für das Umfeld wirkt das Angstverhalten oft rätselhaft, manchmal sogar willkürlich oder grundlos: Betroffene grübeln unaufhörlich oder schlafen schlecht, klagen z. B. über Herzklopfen, Magen-Darm-Beschwerden oder Muskelverspannungen und vermeiden bestimmte Situationen aus Angst, etwas könne passieren. Häufig sind sie zunehmend gestresst, reizbar und nervös. Hier erfahren Sie, wie Sie Warnsignale erkennen, Ihren Angehörigen behutsam unterstützen können und warum eine frühe, professionelle Hilfe entscheidend ist. Zudem bietet unser Angststörung-Test für Angehörige eine erste Orientierung zur Einschätzung der Situation.

Eine von Angststörungen betroffene Patientin sitzt in einem Stuhlkreis mit anderen.

Wir sind für Sie da: kompetente Hilfe bei der Wahl der richtigen Therapie.

Zwei junge Frauen laufen nebeneinander her.

Was ist eine Angststörung?

Eine Angststörung ist eine ernst zu nehmende psychische Erkrankung, bei der Angst oder Furcht stark, problemspezifisch oder übermäßig auftreten und das rationale Denken, Handeln, Fühlen oder Verhalten eines Betroffenen stark beeinträchtigen können. Das ICD-10 als standardisiertes Klassifizierungssystem für Erkrankungen unterteilt Angsterkrankungen in unterschiedlichen Kategorien, wie z. B. phobische Angststörungen, Panikstörungen, generalisierte und andere Angststörungen oder gemischte Angst- und Depressionsstörungen. Das Angstverhalten kann sich auf bestimmte Dinge, Personen oder Situationen beziehen: Gekennzeichnet ist dies häufig durch anhaltende, übermäßige Sorgen und Vorwände, die den Alltag bestimmen. Betroffene empfinden selbst alltägliche Situationen als bedrohlich, auch wenn ihnen eigentlich bewusst ist, dass keine “reale” Gefahr besteht. Die Ursache der Krankheit ist sehr individuell – oftmals ist sie die Kombination aus mehreren Faktoren und geht meist mit anderen psychischen Störungsbildern einher. Falls Sie bei Ihrem Angehörigen eine Angststörung vermuten, beachten Sie bitte, dass nur eine fundierte, sorgsame Diagnostik Aufschluss über die Ursachen der körperlichen und seelischen Symptome bringen, sie in Zusammenhang setzen und auf Basis der Ergebnisse das Krankheitsbild bestätigen oder ausschließen kann. 

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Eine junge Frau in schwarzer Sportkleidung sitzt draußen auf einem Stein und hält sich mit abgestützten armen den Kopf

So erkennen Sie Angststörungen bei Angehörigen

Eine Angststörung entwickelt sich meist schleichend und wird von Außenstehenden zunächst übersehen. Erste Anzeichen können übermäßige Sorgen, permanente Angespanntheit, Nervosität oder eine auffällige Reizbarkeit sein. Viele Betroffene vermeiden Situationen, in denen sie sich unwohl fühlen, und ziehen sich zunehmend zurück. Häufig klagen sie auch über physische Beschwerden wie Herzklopfen, Schweißausbrüche, Zittern, Magenprobleme oder Muskelverspannungen, ohne dass diese Symptome aber in Zusammenhang mit körperlichen Ursachen gebracht werden können. Wenn Ihr Angehöriger dauerhaft über Angst oder Anspannung spricht, sich untypisch unruhig verhält oder beginnt, bestimmte Orte, Personen oder Tätigkeiten zu meiden, kann dies auf eine Angststörung hinweisen – vor allem, wenn diese Handlungen oder Verhaltensweisen untypisch, wiederkehrend oder lang andauernd sind und sich weiter manifestieren.

Ein Mann und eine Frauen laufen gemeinsam durch einen Innenhof.

Rolle von Angehörigen bei der Erkennung von Angststörungen

Angehörige spielen eine zentrale Rolle, wenn es darum geht, eine Angststörung frühzeitig zu erkennen und Betroffene zu unterstützen. Häufig bemerken sie Veränderungen im Wesen oder Verhalten noch früher als der Betroffene selbst. Wichtig ist, die Situation zu thematisieren und nicht zu ignorieren, in der Hoffnung, dass das schon „irgendwie wieder von allein weggeht“. Versuchen Sie, offen und geduldig zu bleiben, auch wenn Ängste für Außenstehende schwer nachvollziehbar sind. Druck oder gut gemeinte Ratschläge wie „Du musst dich einfach entspannen“ können das Gegenteil bewirken. Stattdessen helfen Zuhören, Verständnis und emotionale Sicherheit, um Vertrauen aufzubauen. Ermutigen Sie Ihren Angehörigen, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Auch Gespräche mit Fachleuten oder Angehörigengruppen können helfen, besser mit der Situation umzugehen, sich umfänglicher zu informieren, sich auszutauschen und dadurch auch selbst Entlastung zu finden. Hier finden Sie mehr Informationen zum Umgang mit einem Menschen, der an einer Angststörung erkrankt ist.

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